Happy Birthday, Albernia!

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    • Happy Birthday, Albernia - eine inoffizielle Geburtstagsansprache

      Vier Jahre bist du inzwischen also alt. Eine ganz schön lange Zeit, verglichen mit deinen Kolleginnen, von denen die meisten erst nach deiner Geburt hinzukamen und von denen viele, die du von klein auf kanntest, schon längst den Weg alles Irdischen gegangen sind.

      Vier Jahre, das ist, zumindest nach realen Maßstäben beurteilt, aber auch eine relativ kurze Zeitspanne, in der du und die µWelt in rasendem Tempo ständig neue Umwälzungen und überraschende Wendungen erfahren habt, die heute kaum noch jemand nachzuerzählen weiß. Ich bin einer der wenigen.

      Als ob es gestern gewesen wäre erinnere ich mich daran, wie ich an einem Spätsommertag im Jahre '99 zum ersten Mal deine Homepage besuchte. Ich war jung, unerfahren und reichlich übermotiviert, ein typischer Newbie eben, und so nahm ich in meiner ersten µ-nationalen Funktion als kommissarischer Außenminister der lange vergessenen Freien Republik Paxon Kontakt mit deinem Gründer auf, mit dem sich bald ein freundschaftliches Verhältnis entwickelte.

      Wir wechselten fortan fleißig Briefe, vereinbarten gemeinsame diplomatische Initiativen, und so wurde ich schließlich, im Zuge der albernisch-paxonischen Freundschaft, zum ersten Mal einer deiner Bürger. Ein schlechter Bürger, wie ich rückschauend bekennen muss, denn ich zeigte wenig bis kein Interesse an deiner Entwicklung. Ich wollte höher hinaus, wollte zur Macht, lernte neuen Staaten und Leute kennen, die gegen dich und deinen Präsidenten standen, und so kam es durch einen simplen Verwaltungsakt letztendlich zum Bruch, der mich aus deinem Einwohnerverzeichnis entfernte.

      Doch auch in den folgenden Jahren und Monaten solltest du weiterhin oft genug im Mittelpunkt meiner µ-nationalen Aktivitäten stehen, wenn auch hauptsächlich im Zusammenhang damit, wie deine unliebsame Staatsführung im Hinblick auf diverse von ihr verursachte internationale Krisen zu überlisten sei. Es waren recht glückliche Tage damals, als man je nach geographischer Lage (Nord- oder Südkontinent) seines Heimatstaates noch wusste, wie sein Feindbild aussah, das man zur Polarisierung im Innern wie nach außen heranziehen konnte. Es waren Tage, als zur Außenpolitik mehr gehörte als der Austausch von Nettigkeiten in Diplomatieforen und zwanglose Plaudereien per ICQ, aber das soll nicht zentraler Gegenstand dieser Rückschau sein.

      Irgendwann jedenfalls wurde dein Gründervater des ständigen Hickhacks um dich und der chronischen Erfolglosigkeit seiner diplomatischen Initiativen überdrüssig und beschloss gegen Ende 2000, sich nicht mehr um dich zu kümmern. Von da an wurde es still um dich. Du fristetest ein langes Schattendasein, zunächst als Glied der "Konföderierten Südstaaten", später dann als Mandatsgebiet von Valorien, der neuen Spielwiese deines ehemaligen Herrn.

      An diesem Punkt hätte dein Leben bereits ein vorzeitiges und unrühmliches Ende nehmen können, wenn nicht ein glücklicher Zufall uns beide nach Jahren der Trennung wieder zusammengeführt hätte. Ich, Initiator einer gescheiterten Revolution in meiner damaligen Heimat und dort weithin geächtet, suchte zusammen mit meinen Mitstreitern eine Wirkungsstätte, die uns einen µ-nationalen Neuanfang ermöglichen sollte. Du, weitgehend brachliegendes Stück µErde mit beachtlicher Geschichte, hast nur darauf gewartet, von deinen valorischen Übergangsverwaltern in neue, sorgsame Hände gelegt zu werden. Gedacht, gefragt, gehandelt.

      Im November 2001 wurdest du offiziell in die Unabhängigkeit entlassen, und damit begann der Abschnitt in deinem Dasein, der bis heute andauert. Du wurdest Monarchie, bekamst ein stabiles demokratisches Regierungssystem und eine neue kulturelle Hintergrundausgestaltung, die mittlerweile stärker in Richtung des Vorbilds "Großbritannien" nachjustiert wurde. Neue Namen betraten dein Forum, von denen viele genauso schnell wieder verschwanden wie sie aufgetaucht waren, einige dir allerdings bis zum heutigen Tag die Treue hielten und inzwischen einen unverzichtbaren Teil deines Innenlebens darstellen. Nicht zu vergessen der neue Landesteil, der sich, einst von Leuten, die als deine Einwohner groß wurden, gegründet, dir anschloss und deine Simulation fortan um einen neuen kulturellen Aspekt bereichern sollte.

      So stehst du denn heute da in deiner unvollkommenen Pracht. Es ist offensichtlich, dass es noch an vielen Ecken und Enden, am vordringlichsten an einer repräsentativen Portalseite mangelt, wofür ich mit meiner Lethargie, die sich phasenweise im Leben eines jeden µ-Nationalisten – und bei mir wohl besonders häufig - einstellt, ohne Zweifel die Hauptverantwortung trage. Dennoch, gerade das Unfertige und die kleinen Mängel machen einen Teil deines Charmes aus. Des Charmes, der einem das Gefühl gibt, dass hier noch nicht alles entgültig und festgefügt ist, sondern mit ein wenig Kreativität und Improvisation jederzeit direkt Einfluss auf deine Gestalt genommen werden kann.

      Für die nächsten vier Jahre wünsche ich dir zumindest bescheidene Prosperität, die Herausbildung einer unverkennbaren Identität im ständig wachsenden Meer der µNationen, einen aktiveren Webmaster ;) und schließlich, dass du mir weiterhin eine liebgewonnene Freizeitbeschäftigung bleiben mögest, wie du es auch in den letzten vier Jahren gewesen bist.

      Alles Gute. :albernia:


      Lila Jones
      "When a man tells you that he got rich through hard work, ask him: 'Whose?'"
    • Nachdem du nun damit begonnen hast, werde ich ebenfalls den simulationsexternen Teil meiner Rede ins RL-Board verlagern. ;)

      Obwohl auch ich mich "schon" seit Herbst 2000 in den MNs aufhalte, lassen sich unsere Erfahrungen in dem Bereich nur begrenzt vergleichen - ich war niemals so aktiv, international bedeutend, politisch und "handwerklich" begabt wie du. Dennoch verbindet auch mich einiges mit Albernia. Eigentlich kann ich nur auf wenige Stationen in anderen MNs zurückblicken, und den weitaus größten Teil meiner "Karriere" verbringe ich nun schon in diesem Staat, die meiste Zeit davon ohne andere Engagements.

      Was du in deiner Erzählung sehr gut dargestellt hast, ist der Dualismus von Kontinuität und Bruch in der albernischen Geschichte. Das Land hat nun schon vier Jahre hinter sich, für einen µ-Staat eine sehr beachtliche Zeit. Währenddessen gab es jedoch zahlreiche Brüche, etwa den großen "Generationswechsel" Ende 2001 und die Anglisierung, die nach wie vor läuft.

      Ich denke, dass wir mittlerweile ein weitgehend positives Fazit dieses Projektes ziehen können. Wie du schon sagtest, fehlt noch viel: Angefangen bei der Portalseite :D über einige Verfassungsgesetze, Regional-Seiten und Forschungseinrichtungen bis zur Wirtschaft. Ein dauerndes Ärgernis ist natürlich die nicht gerade überwältigende Aktivität im Forum, die v.a. fehlenden politischen Kontroversen zu verdanken ist.

      Doch wenn wir es auch noch zu wenig entwickeln - Albernia hat ein großes Potenzial. Das beginnt schon bei der Bürgerzahl. Die aktuelle Zählung zeigt, dass unser Kernbestand an Mitspielern konstant ist und wächst. In letzter Zeit haben wir mehrere Neubürger bekommen, die schon aktiver sind als die "alte Generation" ;). Wie bereits bemerkt wurde: Albernia ist noch lange nicht endgültig gestaltet und definiert, und gerade in Medea bietet sich Neubürgern die Chance, ein Stück µ-nationaler Erde ganz nach ihren Wünschen zu gestalten.
      Große Möglichkeiten sehe ich auch in der Wirtschaft. Es gibt noch zahlreiche "typisch albernische" (britische) Produkte, auf die die Welt nur wartet. Die Hawk-Cars, über die ich mich sehr gefreut habe, sollten da nur der Anfang gewesen sein.
      Und damit kommen wir zum wichtigsten Punkt: Als "Little Britain" nehmen wir MN-weit wichtige politische, kulturelle und historische Aufgaben wahr. Albernia hat es geschafft, international als µ-Britannien anerkannt zu werden. Wie oft wurde ich inzwischen schon gefragt, ob Albernia nicht als ehemalige Kolonialmacht eines Staates fungieren will. Aktuell wird das Königreich auch zu einer historischen "Keimzelle" Astors und damit wichtiger Teil eines anglophonen (besser "albernophonen" *g*) Bereiches der Microwelt - vergleichbar dem Micro-Balkan oder dem Micro-Nahen-Osten.
      Bedarf nach einem "britischen Staat" ist allgemein vorhanden, wodurch Albernia eine wichtige Rolle erhält. Die Entstehung des Puritanismus, der Ausbruch der industriellen Revolution, die Auswüchse des Doncaster-Kapitalismus :], ein noch kolonial beeinflusstes "Afrika" - all das lässt sich gut durch Albernia und Medea erklären. Daher muss es unser Ziel sein, diese Komponente, die politische, kulturelle und historische Bedeutung unseres Staates, weiter zu forcieren. Die Ausgestaltung Medeas und die albernikanische Kirche sind Beispiele dafür. Wenn wir solche Projekte nur weiter vorantreiben, können wir dadurch Albernia und der gesamten Microwelt zu kulturellem Glanz verhelfen. ;)
      Edward Duke
      Former Prime Minister
    • *klatsch* Eine wunderbare Rede! Wie schon von Ihnen gesagt, ist Albernia vor allem geschichtlich eine Größe in den MNs...und bei den derzeitigen Bürgerzahlen, die ja stetig wachsen, wird sich diese Größe sicher bald auch auf andere Bereiche ausdehnen. Dafür wünsche ich Albernia auf jeden Fall viel Glück.
      Auch wenn mir das Wetter und die manchmal prüde Art der Bürger (nicht böse sein :rolleyes: ) nicht immer gefällt, muss ich sagen, dass ich das Land und seine Bürger ins Herz geschlossen habe. Ich wurde freundlich empfangen und bis jetzt auch immer behandelt, dafür möchte ich mich bedanken.

      Auf Albernia! *sich ein Glas Ron genehmig*
      Marita Lopez
      Embajador (Botschafterin) de la República de la Gente Puertoviga
    • Original von Marita Lopez
      Auch wenn mir das Wetter und die manchmal prüde Art der Bürger (nicht böse sein :rolleyes: ) nicht immer gefällt, muss ich sagen, dass ich das Land und seine Bürger ins Herz geschlossen habe.


      Das freut mich. Und das Wetter ist ja diesen Sommer auch bei uns ungewöhnlich warm. ;)


      Original von William Gladstone
      Sehr schöne Rückblicke. Wären doch schöne Bände für eine Nationalbiblithek. :)


      Schreiben Sie doch auch etwas dazu, damit sich ein Sammelband lohnt.

      Eine Nationalbibliothek ist natürlich schon längst in Planung, doch mir fehlt wie immer die Infrastruktur (Homepage).
      Edward Duke
      Former Prime Minister
    • Da hätte doch die Regierung mal eine sinnvolle Aufgabe. ;)

      Edward Duke wrote:

      Ein dauerndes Ärgernis ist natürlich die nicht gerade überwältigende Aktivität im Forum, die v.a. fehlenden politischen Kontroversen zu verdanken ist.
      Ist das nicht schön? Manche Dinge ändern sich nie, selbst wenn man Reden aus der Guten Alten Zeit™ liest. :D
      Ciarán Ó Ceallaigh, LL
      Taoiseach na hÉileainne / Taoiseach of Eihlann